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 Pulverturm 

         

 


Pulverturm von Südwesten
(links hinten ist die Rheinbrücke zu erkennen) - 1839

 
 

Jahrhunderte hindurch zeigte sich dieser massige Ziegelturm besonders eindrucksvoll den vom Untersee heraufkommenden Kaufleuten und Schiffern; und bis in die Gegenwart ist dieser Eckturm den vielen auf den Rhein stromaufwärts fahrenden Reisenden der erste Repräsentant der einstigen "fryen Rychsstatt Konstanz" am Bodensee.

Der Ziegelturm - gegenwärtig Pulverturm genannt - wurde im Jahre 1321 erbaut. Er erhielt seinen Namen von der Ziegelhütte, die schon vor ihm südöstlich in seiner Nähe stand. Nach dem Baubuch wurde er 1468 neu gedeckt und erhielt 1525 vier Schießlöcher. Der Ziegelturm enthielt auch die städtischen Folterwerkzeuge. Er war eines der Pulvermagazine der österreichischen Garnison, wodurch er vermutlich auch seinen Namen "Pulverturm" erhalten hat.


Als einen der berüchtigtsten Gefangenen nennt die Stadtchronik den räuberischen Heckenritter Freiherren Georg vom Ennd. Dieser liess 1416 mehrere zum Konzil nach Konstanz reisende geistliche und weltliche Herren durch seinen willfährigen Diener überfallen und berauben. Seinen Knecht Georg hatten die Konstanzer auf der Flucht zu Schiff erreicht und ertränkt. In den nachfolgenden Jahren wurden mehrfach Juden im Pulverturm gefangen gehalten, die erst nach Zahlung einer hohen Geldstrafe das steinerne Gefängnis wieder verlassen durften.

Wehrtürme wurden im Mittelalter meist auf drei Seiten mit besonders starken Mauern versehen, wie am Rheintorturm und dem Schnetztor zu sehen ist. Der Pulverturm hingegen zeigt auf allen Seiten besonders starkes Mauerwerk. Im Erdgeschoss sind die Wände 2,50m bis 2,00m dick. Sie verjüngen sich nach oben auf 1,50m. Zu den Schiessluken dieser zyklopischen Mauern tritt man durch tiefe Nischen; die Zinne ermöglicht Rundgang und Blick über Stadt und Rhein.

Nach der Erstellung der Rheinbrücke (1859/61) schüttete man den Ziegelgraben zu und trug die Stadtmauer bis auf Brusthöhe ab. Die hiermit entstandene herrliche Promenade ist schlank und schön konstruiert und wurde mit den vier so genannten Brückenstatuen geschmückt.

 


Der Pulverturm im Jahre 1999

     
Bei der Restauration war mit den verschiedensten Problemen zu kämpfen: Tauben hatten sich über die Jahre im Turm eingenistet; der angefallene Kot im Erdgeschoss stand den freiwilligen Helfern kniehoch.

Auch die sanitären Einrichtungen forderten die Helfer heraus: während im Mittelalter ein Abtritt an der Außenmauer im ersten Stock genutzt wurde, sollte nun das stille Örtchen im Keller untergebracht werden. Hierzu mussten zunächst 70m3 Schutt aus dem Keller entfernt werden und das 3m wehrhafte Mauerwerk erschütterungsfrei mit einem Diamantbohrer erschlossen werden.

Da man bei der Renovierung im wesentlichen auf Eigenleistungen und Spenden angewiesen war, zog sich diese Phase über zehn Jahre hin. Aber wir sind stolz auf das Ergebnis und hoffen, dass der Pulverturm in seinem heutigen Zustand auch Euch/Ihnen gefällt.

Sollten Sie einmal Interesse an einer Führung in unserem Pulverturm haben, so können wir sicherlich unseren Turmwächter Karl-Heinz Nack hierzu bewegen. Nehmen Sie doch einfach Kontakt mit mir -> postmaster @ narrengesellschaft-niederburg.de auf und ich werde schauen, was sich machen lässt. :o)

Außerdem können Mitglieder der NIEDERBURG den Pulverturm für Feierlichkeiten mieten. Interesse? Nehmen Sie doch einfach Kontakt mit uns auf.

Hier gibt es übrigens einen herrlichen 360 Grad Rundumblick vor unserem Pulverturm:

http://de.travel.yahoo.com/020730/14/98c8.html